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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Termine

05 Nov 2019
18:00 Uhr 21:00 Uhr
Begleitgruppentreffen
03 Dez 2019
18:00 Uhr 21:00 Uhr
Dialoggruppe mit HZB

Tritium wird aus Hilflosigkeit verharmlost

Der Reaktorleiter Stephan Welzel hatte am 26.06.2019 bei der FU-Veranstaltung "Der Forschungsreaktor in Wannsee: das Dialogverfahren zum Rückbau" im Rahmen der FU Veranstaltungsreihe "Der Atomkonflikt in Deutschland – bis in alle Ewigkeit?" den Abschalttermin auf Mittwoch 11.12.2019 vorverlegt.

Also noch 10 Wochen bis zur Abschaltung. Grund genug, an dieser Stelle einen Countdown zu veröffentlichen. Countdown14

Am 10.09.2019 meldeten die Medien wie z.B. DIE ZEIT:

Kühlwasser von Fukushima soll ins Meer geleitet werden - Acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima werden die Speicher für radioaktives Wasser knapp. Japans Regierung erwägt die Einleitung in den Pazifik.“

Aber nicht nur dort ist radioaktives, tritiumhaltiges Wasser ein Problem:
Während der gesamten Betriebszeit des BER II gelangten durch den Abluftkamin täglich bis zu einer Tonne tritiierter Wassersdampf aus dem Reaktorbecken in die Umwelt.

Tritium (T oder ³H) ist ein Isotop des Wasserstoffs. Es besteht, wie der normale Wasserstoff (H), aus einem Proton und einem Elektron, enthält aber zusätzlich zwei Neutronen im Kern und wird deshalb auch „überschwerer Wasserstoff“ genannt. Tritium ist radioaktiv, zerfällt mit einer sogenannten β ́(beta) -Strahlung. Die radioaktive Halbwertszeit beträgt 12,3 Jahre.

Während sich der menschliche Körper für äußere β ́-Strahlung recht leicht abschirmen lässt, besteht die Gefahr, dass bei Inkorporation des tritiumhaltigen Wassers beispielsweise durch Wasserdampf beim Atmen oder durch Verzehr von Pflanzen, die Tritium durch Regenwasser aufgenommen haben, die Strahlung in den Zellen Schaden anrichtet.

Die Rückkehr der Atomkraft verhindern!

Das "Anti-Atom-Plenum Berlin", das "Anti-Atom-Büro Hamburg" und die "Energiekämpfe in Bewegung Bremen" haben folgenden interessanten Flyer veröffentlicht:

THE RETURN OF THE LIVING DEAD

Die Rückkehr der Atomkraft verhindern – Castor stoppen!

Es ist noch nicht vorbei

Castor-Alarm 2019/20? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Für viele ist der Atomausstieg beschlossene Sache, manche glauben gar, dass alle deutschen Atomkraftwerke bereits abgeschaltet sind. Doch die acht leistungsstärksten Reaktoren laufen noch immer – und ihr Weiterbetrieb wird massiv vorangetrieben. Zugleich rollt – womöglich schon bald – ein Castor-Transport von LaHague nach Philipsburg. Deshalb: Ja! Castor-Alarm!
Vor rund zweieinhalb Legislaturperioden, kurz nach Fukushima, sah sich die Bundesregierung gezwungen, dem Druck der Straße nachzugeben und die 2011 vereinbarte Laufzeitverlängerung (!) zurückzunehmen und zum zweiten Mal einen Ausstieg zu beschließen. Die acht ältesten AKW wurden stillgelegt, doch gelang es, den Weiterbetrieb der wichtigsten Leistungsreaktoren für ein weiteres Jahrzehnt zu sichern. 2019 liegt Deutschland europaweit immer noch auf Platz 3 der installierten Atomstromproduktion, angesichts der gesamtgesellschaftlichen Anti-AKW-Stimmung eine bemerkenswerte Situation.

ZITTY Artikel: "Der Anfang vom Ende"

Im Stadtmagazin für Berlin ZITTY erschien Ende August unter dem Titel "Der Anfang vom Ende" ein lesenswerter, kurzweiliger Artikel zur nahenden Abschaltung des Reaktors BERII.

https://www.zitty.de/der-anfang-vom-ende/

Protest gegen Endlager in Frankreich - Atommüll, nein Danke!

Unbedingt hörens- bzw. lesenswert:

Im DLF Kultur gab es in der Rubrik Weltzeit am 04.07.2019 einen interessanten Beitrag über das geplante Atommüll-Endlager in Bure in Fankreich.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/protest-gegen-endlager-in-frankreich-atommuell-nein-danke.979.de.html?dram:article_id=452884

Endlager gesucht!

30000 Generationen

Eindrücke von der Infoveranstaltung in Potsdam

Der Präsident des BfE (Bundesamt für Endlagerung), Wolfram König, führte durch die Infoveranstaltung am 13. Juni 2019.

Es entstand schnell der Eindruck einer Werbeveranstaltung: es wurden Getränke gereicht, Kugelschreiber und anderes Werbematerial. Man hat sich bemüht, den Eindruck einer offenen und ehrlichen Atmosphäre zu vermitteln.

Am Beginn des Infoabends wurde eine Präsentation gezeigt, wie die Suche nach streng wissenschaftlichen Kriterien mit Ausschlusskriterien erfolgen soll. Das war sehr anschaulich dargestellt und wunderbar anzusehen! Leider wurde dann im Laufe des Infoabends immer mehr deutlich, dass die gezeigte Präsentation zur Endlagersuche nichts weiter als eine schöne Propaganda-Show war!

Endlagersuche - Info-Abend in Potsdam

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit hat eingeladen:

 "Die Veranstaltung in Potsdam ist Teil einer bundesweit angelegten Reihe unter der Überschrift "Endlager gesucht", die sich an Bürgerinnen und Bürger richten. Das BfE als Verfahrensführer wird informieren, wie die Endlagersuche abläuft und wie sich Bürgerinnen und Bürger schon im Suchverfahren vielfältig mit Fragen, Wünschen und eigenen Vorstellungen einbringen können."

https://www.bfe.bund.de/SharedDocs/Termine/BfE/DE/2019/190613-enlager-vareihe.html

Wann 13.06.2019 18:00 Uhr

Ort: Kutschstall

Am Neuen Markt 9a/b
14467 Potsdam

 

siehe auch:

https://twitter.com/endlagerdialog

http://endlagerdialog.de/terminkalender/

Klimaschock & Lösungskonzepte - Nuklearindustrie hat Klimarat offenbar umarmt

Liebe Aktive, lieber Robert Habeck,

gestern im Anne Will Talk - https://daserste.ndr.de/annewill/index.html " Streiken statt Pauken " waren die "Nebelwerfer-Argumente" u. hinterhältigen Industrieinteressen mal wieder back-mindig dabei.

Im eingeblendeten Interview mit Greta Th. "Ich bin Realistin. Ich sehe Fakten" räumt sie differenziert ein, daß es lt. Klimarat der Atomkraftwerke bedarf, um den Energiebedarf der Weltbevölkerung momentan zu decken. Das sei aber nicht ihre persönliche Meinung, sondern das hätte ihr der Klimarat gesagt. Das empört mich zutiefst.

Die falsche Bewertung von Tritium

Im Strahlentelex Nr. 756-757 (32.Jg.) Seite 1-4 vom 5.7.2018 ist ein Artikel von Thomas Dersee: "Die falsche Bewertung von Tritium"zu finden.

Der Review-Artikel fasst Kenntnisse zur Herkunft, dem Nachweis, den biochemischen Eigenschaften, der Transmutation, dem Umweltverhalten und anderen Themen bis hin zur radiologischen Bewertung zusammen.

Phillipsburg 2 soll - wie der BER II - auch Ende 2019 stillgelegt werden

Das Folgende bezieht sich auf den Reaktor Phillipsburg 2 und soll nur zum Vergleich mit dem BER II anregen.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg veröffentlicht in vorbildlicher Weise Dokumente zu Stilllegung und Abbau der Kernkraftwerke Neckarwestheim und Phillipsburg 2.

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/kernenergie-und-radioaktivitaet/kerntechnische-anlagen/kkw-in-baden-wuerttemberg/neckarwestheim/stilllegung-und-abbau

Bei dem dort dargestellten Ablauf gibt es einen interessanten Unterschied zu dem Vorgehen des Helmholtz-Zentrums Berlin: Erst wurde die Öffentlichkeit informiert und beteiligt, dann erst der Antrag auf Erteilung einer Stilllegungs- und Abbaugenehmigung gestellt. Selbst der Antrag auf Stilllegung wurde veröffentlicht.

IPPNW: Ärztetagsbeschlüsse gegen die Freisetzung haben Bestand

Aus der Pressemitteilung "Ärztetagsbeschlüsse gegen die Freisetzung von gering radioaktivem Material aus dem Rückbau von Atomkraftwerken haben Bestand" (03.02.2018)

Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg und der Deutsche Ärztetag haben in 2016 und 2017 Entschließungen verabschiedet, in denen sie vor der Verharmlosung möglicher Strahlenschäden durch die allgemeine Wiederverwertung gering radioaktiven Restmülls aus dem Rückbau von Atomkraftwerken oder deren Einbau in konventionelle Bauschuttdeponien warnen. In den Entschließungen wurden die zuständigen Behörden aufgefordert, den beim Rückbau anfallenden gering radioaktiven Restmüll stattdessen auf den Kernkraftwerksgeländen zu verwahren. Zur tiefergehenden Befassung mit der Thematik fand am 03. Februar 2018 in Stuttgart ein Symposium der Landesärztekammer statt, das sich mit Rückbaukonzepten und den gesundheitlichen Risiken gering radioaktiver Strahlenbelastung befasste. Bei der gut besuchten Veranstaltung wurden das Freimessverfahren und die geltenden Konzepte des Strahlenschutzes von Befürwortern und Kritikern des Verfahrens kontrovers diskutiert.

https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/03022018_Freisetzung.pdf

Die nächste Atom-Renaissance?

Aus Sicht von Hans-Josef Fell, dem grünen EEG-Mitautor und Präsidenten der Energy Watch Group, deutet vieles darauf hin, dass alles bereit steht für einen Wiedereinstieg in die Kernkraft in Deutschland! Tagesspiegel:

Es ist nicht zu glauben! Deutschland steigt per Gesetz aus der Atomkraft aus, aber am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird in großem Stil an der Forschung für die Entwicklung neuer Generationen von Atomkraftwerken gearbeitet. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, aber gefördert mit Mitteln aus dem Bundesforschungsministerium und Euratom, wird dort die europäische Forschung für neue Atomkraftwerke vorangetrieben. …